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Zahnzusatzversicherung

Enthält Anzeigen. Mehr zur Transparenz

Die Lücke ist echt: Die Kasse zahlt beim Zahnersatz nur einen Festzuschuss auf die Regelversorgung, nicht auf deine Rechnung. Der Unterschied liegt woanders. Wir vergleichen hier zwei Anbieter, die beide „ohne Wartezeit" werben. Bei beiden gilt aber eine andere Einschränkung: Bei ERGO gilt der beworbene Preis nur sechs Monate, danach steigt der Beitrag mit jeder Altersstufe. Beim Münchener Verein gibt es keine Wartezeit, dafür eine Zahnstaffel, die die Erstattung in den ersten vier Jahren deckelt. Hier stehen beide offen nebeneinander.

Redaktioneller Überblick, keine Versicherungsberatung · Stand 07/2026

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Häufige Fragen

Warum zahlt die Krankenkasse beim Zahnersatz so wenig?

Weil sich der Zuschuss nicht an deiner Rechnung bemisst, sondern an der Regelversorgung. Nach § 55 Absatz 1 SGB V zahlt die gesetzliche Krankenversicherung befundbezogene Festzuschüsse in Höhe von 60 Prozent der festgesetzten Beträge für die jeweilige Regelversorgung. Mit lückenlos geführtem Bonusheft über fünf Jahre steigt der Zuschuss auf 70 Prozent, nach zehn Jahren auf 75 Prozent. Wer sich für eine hochwertigere Versorgung entscheidet, etwa ein Implantat statt einer Brücke, bekommt trotzdem nur den Festzuschuss für die Regelversorgung. Die Differenz trägt der Patient.

Sind die beworbenen Beiträge die echten Preise?

Bei den Zahnersatztarifen nicht. ERGO wirbt mit 50 Prozent weniger Beitrag in den ersten sechs Vertragsmonaten, danach gilt der volle Tarifbeitrag. In der offiziellen Beitragstabelle steht deshalb hinter jedem Aktionspreis der reguläre Beitrag ab dem siebten Monat. Für Dental-Schutz 100 sind das mit 26 bis 30 Jahren 17,50 Euro statt 8,75 Euro im Monat. Rechne immer mit dem regulären Beitrag, nicht mit dem Einstiegspreis.

Steigt der Beitrag mit dem Alter?

Ja, bei diesen Tarifen ist der Beitrag nach Altersgruppen gestaffelt und steigt mit jeder Stufe deutlich. Dental-Schutz 100 kostet mit 26 bis 30 Jahren 17,50 Euro im Monat, mit 31 bis 40 Jahren 27,60 Euro, mit 41 bis 50 Jahren 41,30 Euro und ab 51 Jahren 57,80 Euro. Der Anbieter weist in seiner eigenen Fußnote darauf hin, dass altersbedingte Beitragserhöhungen in den Beispielpreisen nicht berücksichtigt sind. Wer die Police lange behält, sollte deshalb mit der Tabelle rechnen und nicht mit dem Einstiegsbeitrag.

Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung überhaupt?

Das hängt davon ab, wann der Bedarf kommt. Ein Beispiel aus der offiziellen Beitragstabelle: Wer mit 31 einsteigt und die Police bis 80 behält, zahlt für Dental-Schutz 100 rund 28.400 Euro, für Dental-Schutz 75 rund 17.300 Euro, gerechnet mit den heutigen Beiträgen. Der Anbieter selbst nennt als Fallbeispiel einen Eigenanteil von 4.309 Euro für zwei Implantate. Wer also über Jahrzehnte wenig Zahnersatz braucht, zahlt deutlich mehr ein, als er herausbekommt. Wer früh viel braucht, bekommt mehr heraus, als er einzahlt. Genau das ist Versicherung, und deshalb ist der niedrigere Tarif für viele die vernünftigere Wahl.

Kann ich abschließen, wenn die Behandlung schon läuft?

In den normalen Tarifen ist das nicht der Zweck der Übung, dafür gibt es beim selben Anbieter ein eigenes Produkt: die Zahnzusatzversicherung mit Sofortschutz für 37,60 Euro im Monat, die laut Anbieter auch dann greift, wenn die Behandlung bereits begonnen hat oder ein Heil- und Kostenplan vorliegt. Für Kinder gibt es Kieferorthopädie Sofort ab 12,70 Euro im Monat. Prüfe vor dem Abschluss in den Bedingungen, was mit bereits angeratenen Behandlungen geschieht.

Was ist die Zahnstaffel beim Münchener Verein?

Eine Summenbegrenzung in den ersten vier Jahren. Statt einer Wartezeit deckelt der Münchener Verein die Erstattung: Im Tarif ZahnGesund 100 zahlt er im ersten Jahr höchstens 1.500 Euro, kumuliert im zweiten 3.000, im dritten 4.500 und im vierten 6.000 Euro; ab dem fünften Jahr leistet der Tarif unbegrenzt. In den günstigeren Stufen 85+ und 75+ sind die Beträge niedriger. Für eine sofort anstehende teure Behandlung ist das die entscheidende Zahl, denn zwei Implantate können den Betrag des ersten Jahres bereits übersteigen. Wer langfristig vorsorgt, für den ist die Staffel nach vier Jahren erledigt.

Warum haben Münchener Verein und BarmeniaGothaer dieselbe Staffel?

Weil die Staffel der übliche Preis für den Verzicht auf eine Wartezeit ist. Beide Versicherer begrenzen die Erstattung in den ersten vier Kalenderjahren, und die Beträge stimmen sogar überein: 1.500, 3.000, 4.500 und 6.000 Euro im jeweiligen Spitzentarif, 1.000, 2.000, 3.000 und 4.000 Euro eine Stufe darunter. Ab dem fünften Kalenderjahr zahlen beide unbegrenzt. Dahinter steckt kein Zufall, sondern dieselbe Kalkulation: Wer sofort Leistung verspricht, muss verhindern, dass jemand mit bereits geplantem Zahnersatz abschließt und im ersten Jahr das Vielfache seiner Beiträge abruft. Für dich heißt das: Die Staffel bei einem Anbieter zu umgehen, indem du zum nächsten wechselst, funktioniert nicht. Der einzige Weg daran vorbei ist, abzuschließen, solange nichts ansteht.

ERGO oder Münchener Verein, was ist besser?

Das hängt davon ab, wann du die Leistung brauchst. Beide Anbieter verzichten auf eine Wartezeit, haben aber je eine andere Einschränkung. Bei ERGO gilt der beworbene Beitrag nur sechs Monate, danach steigt er mit jeder Altersstufe deutlich. Beim Münchener Verein bleibt der Beitrag davon unberührt, dafür deckelt die Zahnstaffel die Erstattung in den ersten vier Jahren. Wer sofort teuren Zahnersatz braucht, stößt beim Münchener Verein an die Jahresgrenze. Wer jung ist und lange vorsorgt, für den zählt eher, wie der Beitrag über die Jahre steigt. Eine pauschal bessere Wahl gibt es nicht, nur die zu deiner Situation passende.

Stand 07/2026. Die ERGO-Beiträge stammen aus der Beitragstabelle des Anbieters, die Leistungsangaben von dessen Produktseite, beide abgerufen am 21.07.2026. Die Angaben zum Münchener Verein (Zahnstaffel, Erstattungsquoten und Leistungsgrenzen) stammen von muenchener-verein.de, abgerufen am 25.07.2026. Maßgeblich sind jeweils die Versicherungsbedingungen deines Vertrags. Die Hochrechnung über die Lebenszeit ist eine eigene Berechnung mit den heutigen Beiträgen und ohne künftige Anpassungen. Die Angaben zum Festzuschuss folgen dem Wortlaut von § 55 SGB V. Dieser Überblick ist eine redaktionelle Orientierung und keine Versicherungsberatung.

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