Firmenversicherung für Selbstständige
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Als Selbstständiger haftest du für Schäden aus deiner beruflichen Tätigkeit grundsätzlich unbegrenzt mit deinem Privatvermögen, eine Betriebs- bzw. Berufshaftpflicht gehört deshalb in fast jeder Branche zur Grundausstattung. Welche Bausteine darüber hinaus sinnvoll sind, hängt von Betrieb und Risiko ab. Hier der Überblick mit Vergleichsrechner.
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Warum du haftest, bevor du über Tarife nachdenkst
Der Ausgangspunkt jeder betrieblichen Absicherung steht in einem einzigen Satz des BGB: „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet" (§ 823 Abs. 1 BGB). Zwei Dinge daran entscheiden über deine Risikolage.
- Es genügt Fahrlässigkeit. Du musst niemandem schaden wollen. Der umgestoßene Kaffee auf dem Laptop der Kundin reicht.
- Das Gesetz nennt keine Obergrenze. Ersetzt wird der entstandene Schaden, nicht ein gedeckelter Betrag. Deshalb ist die Deckungssumme in der Police die eigentliche Entscheidung, nicht der Beitrag.
Dazu kommt die Rechtsform: Als Einzelunternehmerin oder Einzelunternehmer haftest du auch mit deinem Privatvermögen, weil es keine Trennung zwischen betrieblichem und privatem Vermögen gibt. Genau diese Kombination, unbegrenzte Höhe und Zugriff auf das Privatvermögen, macht die Betriebshaftpflicht für die meisten zum ersten und wichtigsten Baustein, noch vor allem, was Sachwerte schützt.
Wann eine Versicherung Pflicht ist
Eine allgemeine gesetzliche Pflicht zur Betriebshaftpflicht gibt es nicht. Für einzelne Berufe steht die Pflicht dagegen ausdrücklich im Berufsrecht, und dort ist sie an die Zulassung gekoppelt. Zwei belegte Beispiele:
- Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind nach § 51 Abs. 1 BRAO verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen und sie während der Dauer der Zulassung aufrechtzuerhalten.
- Steuerberater und Steuerbevollmächtigte trifft nach § 67 StBerG dieselbe Pflicht für die Dauer der Bestellung.
Was das für dich heißt
Prüf zuerst, ob für deinen Beruf eine solche Pflicht besteht; steht sie in der Kammer- oder Berufsordnung, ist sie nicht verhandelbar und hängt an deiner Zulassung. Für alle anderen gilt: freiwillig, aber nicht optional im wirtschaftlichen Sinn. Die Frage lautet nie „brauche ich das", sondern „welchen Schaden könnte ich verursachen, und könnte ich ihn aus eigener Tasche zahlen". Wer mit Menschen, fremdem Eigentum oder fremden Daten arbeitet, hat diese Frage schnell beantwortet. Eine vollständige Liste der Pflichtberufe führen wir hier bewusst nicht, weil sie nur mit Blick in jede einzelne Berufsordnung belastbar wäre; die Auskunft gibt deine Kammer.
Die wichtigsten Bausteine im Überblick
| Baustein | Schützt vor | Sinnvoll für |
|---|---|---|
| Betriebshaftpflicht | Personen-, Sach- und Vermögensfolgeschäden bei Dritten | Nahezu alle Betriebe, oft von Auftraggebern verlangt |
| Berufshaftpflicht | Vermögensschäden durch Beratungs-/Planungsfehler | Beratende Berufe; für Ärzte, Anwälte u. a. Pflicht |
| Inhaltsversicherung | Feuer, Einbruch, Leitungswasser an Ausstattung & Waren | Büro, Praxis, Laden, Werkstatt mit eigenem Inventar |
| Ertragsausfall | laufende Kosten, wenn der Betrieb stillsteht | Betriebe, die von Räumen/Maschinen abhängen |
| Cyberversicherung | Folgen von Hackerangriffen & Datenpannen | Betriebe mit Kundendaten oder Online-Umsatz |
| Firmenrechtsschutz | Anwalts- & Gerichtskosten bei Streitigkeiten | Siehe eigener Rechtsschutz-Ratgeber (Beiträge ab 43 € im Monat) |
Vereinfachte Übersicht, der konkrete Bedarf hängt von Branche, Verträgen und Risiko ab. Stand 07/2026, ohne Gewähr.
Worauf beim Vergleich achten?
- Betriebsbeschreibung: Sie muss deine Tätigkeit vollständig abdecken, nicht beschriebene Tätigkeiten sind im Schadenfall oft nicht versichert.
- Deckungssumme: Bei Personenschäden werden schnell hohe Summen fällig; knappe Deckung spart wenig und riskiert viel.
- Selbstbeteiligung: Höhere Selbstbeteiligung senkt den Beitrag, kalkuliere, was du im Schadenfall selbst tragen kannst.
- Zusatzbausteine: Schlüsselverlust, Mietsachschäden, Tätigkeitsschäden oder Bearbeitungsschäden je nach Gewerk prüfen.
- Beitrag im Verhältnis: Der Jahresbeitrag hängt von Branche, Umsatz und Mitarbeiterzahl ab, vergleiche deshalb mit deinen echten Angaben statt mit Pauschalpreisen.
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Und was ist privat?
Privathaftpflicht und Hausrat decken deinen beruflichen Alltag nicht ab, wo genau die Grenze verläuft, steht im Ratgeber Privathaftpflicht & Hausrat als Selbstständiger.
Häufige Fragen
Ist eine Betriebshaftpflicht Pflicht?
Eine allgemeine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Für einzelne Berufe steht sie aber ausdrücklich im Berufsrecht und hängt an der Zulassung: Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte müssen nach Paragraf 51 Absatz 1 BRAO eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen und während der Zulassung aufrechterhalten, Steuerberater und Steuerbevollmächtigte nach Paragraf 67 StBerG. Ob für deinen Beruf eine solche Pflicht besteht, sagt dir deine Kammer; eine vollständige Liste führen wir bewusst nicht, weil sie nur mit Blick in jede einzelne Berufsordnung belastbar wäre.
Warum hafte ich überhaupt?
Wegen Paragraf 823 Absatz 1 BGB: Wer vorsätzlich oder fahrlässig Leben, Körper, Gesundheit, Freiheit, Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, muss den daraus entstehenden Schaden ersetzen. Zwei Punkte sind entscheidend: Fahrlässigkeit genügt, du musst also niemandem schaden wollen, und das Gesetz nennt keine Obergrenze. Als Einzelunternehmer haftest du zusätzlich mit dem Privatvermögen, weil betriebliches und privates Vermögen nicht getrennt sind.
Welcher Baustein kommt zuerst?
In aller Regel die Betriebs- oder Berufshaftpflicht, weil sie das einzige Risiko abdeckt, das der Höhe nach unbegrenzt ist. Alles, was Sachwerte schützt, etwa Inhalts- oder Elektronikversicherung, deckt einen Schaden, dessen Höhe du kennst und im Zweifel selbst tragen könntest. Ordne deine Bausteine deshalb nach der Frage, welcher Schaden dich wirtschaftlich beenden würde, nicht danach, welcher am wahrscheinlichsten ist.
Worauf achte ich bei der Deckungssumme?
Sie ist die eigentliche Entscheidung, nicht der Beitrag. Weil das Gesetz die Ersatzpflicht nicht deckelt, entscheidet allein die vereinbarte Summe, bis zu welchem Betrag du geschützt bist. Prüfe außerdem, ob Tätigkeiten, die du tatsächlich ausübst, im Vertrag beschrieben sind: Deckung gibt es nur für das versicherte Risiko, und wer sein Angebot erweitert, ohne es zu melden, steht im Schadensfall schlechter da.
Was ist mit Schäden, die ich selbst erleide?
Dafür ist die Haftpflicht nicht da; sie zahlt für Schäden, die du anderen zufügst. Eigene Schäden decken andere Bausteine ab, etwa eine Inhaltsversicherung für Betriebseinrichtung und Waren oder eine Elektronikversicherung für Geräte. Prüfe hier besonders, welche Gefahren eingeschlossen sind und welcher Wert versichert ist, denn zwischen Zeitwert und Neuwert liegt im Schadensfall der eigentliche Unterschied.
Passend dazu
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- Berufsunfähigkeitsversicherung, die eigene Arbeitskraft absichern.
- Krankenversicherung für Selbstständige, GKV oder PKV?
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Stand 13.08.2026. Die genannten Normen wurden am 13.08.2026 bei gesetze-im-internet.de nachgelesen (§ 823 Abs. 1 BGB zur Schadensersatzpflicht, § 51 Abs. 1 BRAO und § 67 StBerG als belegte Beispiele für berufsrechtliche Versicherungspflichten). Beiträge, Deckungssummen und eine vollständige Liste der Pflichtberufe nennen wir nicht: Erstere sind tarifabhängig, Letztere wäre nur mit Blick in jede einzelne Berufsordnung belastbar. Verbindlich sind deine Kammer und die Bedingungen deines Vertrags. Dieser Überblick ist eine redaktionelle Orientierung und keine Rechts- oder Versicherungsberatung.
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