Für Selbstständige · Heilberufe

Geschäftskonto für Ärzte: der Unterschied, den kein Anbieter nennt

Enthält Anzeigen. Mehr zur Transparenz

Banken bewerben ihre Heilberufe-Konten gern für „Ärzte, Zahnärzte und Apotheker" in einem Atemzug. Steuerlich sind das aber zwei verschiedene Welten: Ärztinnen und Ärzte sind Freiberufler und zahlen keine Gewerbesteuer, eine Apotheke ist ein Gewerbebetrieb. Und eine wachsende Praxis kann ihre Freiberuflichkeit verlieren, ohne dass jemand darauf hinweist. Was daraus für die Kontowahl folgt, steht hier, mit Paragraf.

Redaktioneller Überblick, keine Steuerberatung · Stand 08/2026

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Häufige Fragen

Zahlen Ärzte Gewerbesteuer?

Nein, solange die Tätigkeit freiberuflich bleibt. Paragraf 18 Absatz 1 Nummer 1 EStG nennt die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte ausdrücklich im Katalog der freien Berufe. Der Gewerbesteuer unterliegt nach Paragraf 2 Absatz 1 GewStG nur der Gewerbebetrieb, und eine freiberufliche Praxis ist keiner. Das ist kein Freibetrag und keine Befreiung, sondern eine Frage der Einkunftsart: Wer freiberuflich tätig ist, fällt gar nicht erst unter das Gewerbesteuergesetz.

Gilt das auch für Apotheker?

Nein, und das ist der wichtigste Unterschied auf dieser Seite. Apotheker stehen nicht im Katalog des Paragrafen 18 EStG. Eine Apotheke ist steuerlich ein Gewerbebetrieb, weil sie Waren einkauft und verkauft. Daraus folgt dreierlei: Gewerbesteuer fällt an, es besteht Gewerbeanmeldepflicht, und oberhalb der Schwellen des Paragrafen 141 AO kommt die Buchführungspflicht mit Bilanz dazu. Wenn ein Anbieter ein Konto in einem Atemzug für Ärzte und Apotheker bewirbt, meint er den Berufsstand, nicht die steuerliche Behandlung.

Kann eine Praxis ihre Freiberuflichkeit verlieren?

Ja, und das passiert schleichend. Paragraf 18 Absatz 1 Nummer 1 Satz 3 EStG erlaubt den Einsatz fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte nur unter einer Bedingung: Der Berufsträger muss auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig werden. Wer so viele angestellte Ärztinnen und Ärzte beschäftigt, dass er die einzelnen Behandlungsfälle nicht mehr persönlich verantwortet, riskiert, dass die gesamte Praxis als Gewerbebetrieb eingestuft wird, mit Gewerbesteuer auf den vollen Gewinn. Eine Vertretung bei vorübergehender Verhinderung ist dagegen ausdrücklich unschädlich, das steht in Satz 4. Wer wächst, sollte das früh mit dem Steuerberater klären.

Muss ich als Arzt eine Bilanz erstellen?

Nein. Paragraf 141 Absatz 1 AO richtet die Buchführungspflicht ausdrücklich an gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte. Freiberufler werden dort nicht genannt, deshalb greift die Schwelle von 800.000 Euro Umsatz oder 80.000 Euro Gewinn für eine Praxis nicht. Es bleibt bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach Paragraf 4 Absatz 3 EStG, unabhängig davon, wie hoch der Gewinn ist. Fürs Konto heißt das: Bilanzfunktionen brauchst du nicht, eine saubere Belegzuordnung und eine Schnittstelle zum Steuerbüro schon.

Was kostet das medKonto der Deutschen Bank?

Im ersten Jahr nichts, ab dem zweiten Jahr 24,90 Euro im Monat. Enthalten sind bis zu zwei Deutsche Bank Card Business als Debitkarten, ab der dritten kostet jede 10 Euro im Jahr. Eine beleglose Buchung kostet 0,20 Euro, eine beleghafte SEPA-Überweisung 3,00 Euro, und eine BusinessCard als Kreditkarte im Ärzte-Design ist möglich. Ein Freikontingent an Buchungen gibt es nicht, jede Buchung zählt ab der ersten. Rechne deshalb mit deiner tatsächlichen Buchungszahl, nicht mit dem Grundpreis allein.

Stand 08/2026. Die Rechtsangaben wurden am 02.08.2026 an den Gesetzestexten geprüft (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG, § 4 Abs. 3 EStG, § 2 Abs. 1 GewStG, § 141 Abs. 1 AO), die Konditionen stammen von deutsche-bank.de, abgerufen am selben Tag. Bewusst nicht genannt: Kammerbeiträge und Fristen aus den Heilberufsgesetzen sowie Gewerbesteuer-Hebesätze, weil sie je Bundesland und Gemeinde abweichen und eine Einheitszahl hier falsch wäre. Ob eine konkrete Tätigkeit freiberuflich oder gewerblich ist, entscheidet sich am Einzelfall; dieser Überblick ist eine redaktionelle Orientierung und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.

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