Kartenlesegerät für Friseur und Kosmetik
Enthält Anzeigen. Mehr zur Transparenz
Im Salon entscheidet nicht das Auszahlungstempo, sondern das Trinkgeld. Es muss am Gerät abfragbar, pro Mitarbeiterin nachweisbar und sauber von deinem eigenen Umsatz getrennt sein, denn steuerlich werden beide völlig unterschiedlich behandelt. Dazu die Gebühr: SumUp und Zettle nehmen 1,39 %, myPOS 1,29 %, alle drei ohne Grundgebühr. Zahlen am 30.07.2026 geprüft. Kriterien offengelegt.
Stand 07/2026 · Angaben ohne Gewähr · vor Abschluss beim Anbieter prüfen
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Trinkgeld per Karte: der Punkt, an dem es im Salon hängt
Solange bar gezahlt wurde, landete das Trinkgeld direkt in der Hand deiner Mitarbeiterin. Über die Karte läuft es zuerst über dein Konto, und damit wird aus einer Selbstverständlichkeit eine Buchungsfrage.
- Am Gerät: Die Trinkgeld-Abfrage muss vor dem Bezahlen kommen. SumUp bietet dafür eine Trinkgeldfunktion, die im Back-Office aktiviert wird, inklusive einer intelligenten Variante, die je nach Betrag gestaffelte Vorschläge anzeigt.
- Für die Zuordnung: SumUp liefert einen Trinkgeld-Bericht, der sich nach Teammitglied, Zahlungsmethode und Zeitraum filtern lässt. Ohne eine solche Auswertung wird die Weitergabe zur Schätzung.
- Für die Steuer: Nach § 3 Nr. 51 EStG sind Trinkgelder steuerfrei, die Dritte freiwillig und ohne Rechtsanspruch zusätzlich zum geschuldeten Betrag geben, und zwar ohne Obergrenze. Das gilt aber nur für Angestellte. Arbeitest du selbst am Stuhl, ist dein Trinkgeld Betriebseinnahme und steuerpflichtig.
- Praktisch: Kläre vor der Einführung, ob die prozentuale Gebühr auch auf den Trinkgeldanteil anfällt. Die Preisseiten sagen dazu nichts, und bei einem Prozentsatz auf den Zahlbetrag ist damit zu rechnen.
Einordnung der Rechtslage, keine Steuerberatung. Die Aufteilung zwischen Inhaber- und Angestellten-Trinkgeld gehört in die Lohnbuchhaltung.
Was du nicht darfst: die Gebühr weitergeben
Eine Frage, die in jedem zweiten Salon aufkommt, sobald die erste Abrechnung da ist. Die Antwort steht in § 270a BGB: Eine Vereinbarung, durch die jemand ein Entgelt für die Nutzung einer Zahlungskarte zahlen soll, ist unwirksam. Für girocard, Visa und Mastercard heißt das: kein Aufschlag, kein „Kartenzuschlag", keine 50 Cent extra. Nicht erfasst sind Drei-Parteien-Systeme wie American Express.
Ein Mindestbetrag ist etwas anderes, denn er ist kein Entgelt. Die Frage wird rechtlich allerdings unterschiedlich beurteilt. Wenn du einen setzt, kündige ihn deutlich vor dem Bezahlvorgang an und lass die Formulierung im Zweifel prüfen. Die Transaktionsgebühr bleibt so oder so deine Betriebsausgabe, immerhin ist sie als solche absetzbar.
Was der Salon im Monat zahlt
Rechenbeispiel für 6.000 € Kartenumsatz im Monat, typisch für einen kleinen Salon mit zwei bis drei Plätzen:
| Tarif | Rechnung | Kosten im Monat |
|---|---|---|
| SumUp Standard, 0 €/Monat | 6.000 € × 1,39 % | 83,40 € |
| SumUp Zahlungen Plus, 19 €/Monat | 6.000 € × 0,79 % + 19 € | 66,40 € |
| myPOS One, 0 €/Monat | 6.000 € × 1,29 % | 77,40 € |
| Zettle, 0 €/Monat | 6.000 € × 1,39 % | 83,40 € |
Der 19-€-Tarif von SumUp lohnt sich ab rund 3.170 € Kartenumsatz im Monat, die meisten Salons liegen also darüber. Achtung bei myPOS: die 1,29 % gelten für EU-Verbraucherkarten, Firmen-, Amex- und Auslandskarten kosten dort 2,69 %.
Mit deinem eigenen Umsatz rechnen: Kartenzahlungs-Gebühren-Rechner
Geräte, die in den Salon passen
| Gerät | Preis netto | Passt, wenn … |
|---|---|---|
| SumUp Tap to Pay | 0 € | … du erst ausprobieren willst, ob Kartenzahlung überhaupt angenommen wird |
| SumUp Solo | 79 € | … der Standard: girocard, eigenständig, kein Handy nötig |
| SumUp Solo mit Drucker | 109 € | … du den Beleg direkt aushändigen willst |
| myPOS Ultra GC | 179 € | … du dein Geld sofort brauchst; girocard ist dabei |
| myPOS Flex | 69 € | … eher nicht, das Gerät kann die girocard laut Shop noch nicht |
| Zettle PayPal Reader | ab 29 € | … deine Buchhaltung ohnehin über PayPal läuft |
Preise netto zzgl. MwSt., am 30.07.2026 aus den Anbieter-Shops geprüft. Ohne Gewähr.
Kasse, Bon und TSE
Das Kartenlesegerät allein löst keine TSE-Pflicht aus. Die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung nach § 146a AO gilt für elektronische Aufzeichnungssysteme, also Kassen. Sobald du eine Kassensoftware oder ein Kassensystem einsetzt, und viele Salons tun das wegen der Terminverwaltung, greifen TSE-Pflicht, Belegausgabepflicht und die Meldung ans Finanzamt binnen eines Monats nach Anschaffung. Wer weiter mit offener Ladenkasse arbeitet und nur Karten annimmt, ist davon nicht betroffen.
Unsere Empfehlung
Für den typischen Salon ist das SumUp Solo für 79 € netto die richtige Wahl, und zwar weniger wegen der Gebühr als wegen der Trinkgeld-Auswertung: Die Abfrage am Gerät und der nach Teammitglied filterbare Bericht lösen genau das Problem, das die Umstellung von bar auf Karte im Friseurhandwerk verursacht. Liegt dein Kartenumsatz über rund 3.170 € im Monat, wechsle in den 19-€-Tarif und zahle 0,79 % statt 1,39 %.
myPOS ist mit 1,29 % günstiger und zahlt sofort aus, was bei knapper Kasse zählt. Nimm dann das Ultra GC für 179 € netto, nicht das Flex, und rechne die 20 € Inaktivitätsgebühr ein, falls der Salon längere Pausen hat.
Häufige Fragen
Welches Kartenlesegerät eignet sich für einen Friseursalon?
Für die meisten Salons das SumUp Solo für 79 € netto: es nimmt die girocard, arbeitet ohne gekoppeltes Smartphone und SumUp bietet eine Trinkgeldfunktion samt Trinkgeld-Bericht, der sich nach Teammitglied filtern lässt. Wer sein Geld sofort braucht, nimmt myPOS Ultra GC für 179 € netto. Stand 07/2026.
Wie funktioniert Trinkgeld per Karte beim Friseur?
Das Gerät fragt vor dem Bezahlen nach einem Trinkgeld, häufig mit gestaffelten Vorschlägen je nach Betrag. SumUp nennt das intelligente Trinkgeldfunktion und liefert im Back-Office einen Trinkgeld-Bericht, der nach Teammitglied, Zahlungsmethode und Zeitraum filterbar ist. Genau diese Aufteilung brauchst du für die Weitergabe an dein Team.
Ist Trinkgeld per Karte steuerfrei?
Für Angestellte ja. Nach § 3 Nr. 51 EStG sind Trinkgelder steuerfrei, die Dritte freiwillig und ohne Rechtsanspruch zusätzlich zum geschuldeten Betrag geben, und zwar ohne betragsmäßige Obergrenze. Für die Inhaberin oder den Inhaber gilt das nicht, dort ist Trinkgeld Betriebseinnahme. Weil beides über dieselbe Kartenzahlung läuft, muss die Aufteilung dokumentiert sein. Das ist keine Steuerberatung.
Darf ich für Kartenzahlung einen Aufschlag verlangen?
Nein. Nach § 270a BGB ist eine Vereinbarung unwirksam, mit der ein Entgelt für die Nutzung einer Zahlungskarte verlangt wird. Das gilt für die gängigen Karten wie girocard, Visa und Mastercard. Nicht erfasst sind Drei-Parteien-Systeme wie American Express. Die Transaktionsgebühr ist damit deine Betriebsausgabe und lässt sich nicht auf die Kundschaft umlegen.
Darf ich einen Mindestbetrag für Kartenzahlung festlegen?
§ 270a BGB verbietet ein Entgelt, ein Mindestumsatz ist kein Entgelt in diesem Sinne. Rechtlich wird die Frage aber unterschiedlich beurteilt. Wenn du einen Mindestbetrag setzen willst, kündige ihn deutlich vor dem Bezahlvorgang an und lass die Formulierung im Zweifel rechtlich prüfen.
Was kostet Kartenzahlung im Salon pro Monat?
Bei 6.000 € Kartenumsatz im Monat sind es rund 83,40 € bei SumUp und Zettle mit je 1,39 % und rund 77,40 € bei myPOS One mit 1,29 %. Mit SumUp Zahlungen Plus für 19 € im Monat sinkt der Satz auf 0,79 % für Debit- und Kreditkarten, macht rund 66,40 € insgesamt.
Brauche ich im Salon eine TSE?
Für das reine Kartenlesegerät nicht. Die Pflicht zur zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung nach § 146a AO trifft elektronische Aufzeichnungssysteme, also Kassen. Sobald du eine Kassensoftware oder ein Kassensystem einsetzt, gilt die TSE-Pflicht, dazu die Belegausgabepflicht und die Meldung ans Finanzamt binnen eines Monats.
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- SumUp oder myPOS, 1,39 % gegen 1,29 % und der Firmenkarten-Haken.
- Gebühren-Rechner, die Kosten für deinen Umsatz.
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