Werkstatt & Büro einrichten für Selbstständige
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Ob Handwerksbetrieb, Homeoffice oder kleines Lager: Wer selbstständig ist, richtet Werkstatt und Büro oft selbst ein. Mit etwas Planung wird das günstig, und die betrieblich genutzte Ausstattung ist in der Regel eine Betriebsausgabe. Hier die Grundausstattung, worauf du achtest und wo du alles bekommst.
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Grundausstattung im Überblick
| Bereich | Was du brauchst | Worauf achten |
|---|---|---|
| Arbeitsplatz | Werkbank, Schraubstock, Arbeitsleuchte | Belastbarkeit, standfeste Ausführung |
| Werkzeug | Hand- & Akkuwerkzeug, Messtechnik | Akku-/Ersatzteilsystem einheitlich halten |
| Lager & Ordnung | Regale, Boxen, Lochwände, Beschriftung | Traglast, modular erweiterbar |
| Arbeitsschutz | Handschuhe, Schutzbrille, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe | geprüfte Normen (EN), passende Größe |
| Büro | Schreibtisch, Bürostuhl, Beleuchtung, Ablage | Ergonomie, zahlt sich bei langen Tagen aus |
Orientierung, der konkrete Bedarf hängt von Gewerk und Platz ab. Stand 07/2026, ohne Gewähr.
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Was du sofort absetzen kannst und was abgeschrieben wird
Die entscheidende Zahl ist 800 Euro netto. Bis zu diesem Betrag je Gegenstand darfst du die Anschaffung im selben Jahr komplett als Betriebsausgabe abziehen, das sind die geringwertigen Wirtschaftsgüter nach § 6 Abs. 2 EStG. Netto heißt: ohne Umsatzsteuer, sofern du vorsteuerabzugsberechtigt bist. Ein Bürostuhl für 750 Euro netto ist also sofort weg, einer für 850 Euro nicht.
Wichtig, weil andere Ratgeber hier oft veraltete Werte nennen: Die Grenze liegt weiterhin bei 800 Euro. Eine Anhebung auf 1.000 Euro stand zwar im Entwurf des Wachstumschancengesetzes, sie hat es aber nicht ins verabschiedete Gesetz geschafft.
Ab 250 Euro netto musst du das Wirtschaftsgut in ein laufendes Verzeichnis eintragen (Datum, Kosten, Bezeichnung). Darunter reicht die Rechnung.
Für alles zwischen 250 und 1.000 Euro gibt es alternativ den Sammelposten nach § 6 Abs. 2a EStG: Du wirfst alle Anschaffungen eines Jahres in einen Topf und löst ihn über fünf Jahre zu je einem Fünftel auf. Wichtig ist, dass es ein Entweder-oder ist: Wer den Sammelposten wählt, muss ihn im selben Jahr für alle Güter dieser Preisklasse nutzen, auch für die unter 800 Euro. In den meisten Fällen fährst du mit dem Sofortabzug besser, weil er sofort wirkt statt über fünf Jahre.
Über 800 Euro wird über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben (AfA), bei Büromöbeln sind das laut AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums 13 Jahre. Der teure Schreibtisch schlägt also nur mit einem Dreizehntel pro Jahr zu Buche, was den Reiz erklärt, bei der 800-Euro-Grenze zu bleiben.
Bei gemischter Nutzung zählt der betriebliche Anteil. Ein Drucker, den du auch privat nutzt, wird anteilig angesetzt; überwiegt die private Nutzung deutlich, erkennt das Finanzamt ihn gar nicht an. Arbeitsschutzausrüstung ist dagegen unkritisch, sie ist ihrer Natur nach betrieblich.
Rechtsstand 08/2026, Gesetzestexte: § 6 EStG. Redaktionelle Orientierung, keine Steuerberatung.
Arbeitszimmer oder Tagespauschale: was mehr bringt
Wer die Werkstatt oder das Büro zu Hause hat, hat seit 2023 zwei Wege, und sie schließen sich gegenseitig aus.
Das häusliche Arbeitszimmer (§ 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG) verlangt einen eigenen, nahezu ausschließlich beruflich genutzten Raum. Bildet dieser Raum den Mittelpunkt deiner gesamten Tätigkeit, kannst du die tatsächlichen Kosten anteilig absetzen, also Miete, Nebenkosten und Strom nach Flächenanteil. Ist er nicht der Mittelpunkt, gibt es pauschal 1.260 Euro im Jahr, gekürzt um ein Zwölftel für jeden Monat ohne Arbeitszimmer.
Die Tagespauschale (§ 4 Abs. 5 Nr. 6c EStG) braucht keinen eigenen Raum: Für jeden Tag, an dem du überwiegend zu Hause arbeitest, gibt es 6 Euro, maximal ebenfalls 1.260 Euro im Jahr. Das entspricht 210 Arbeitstagen, die meisten Vollzeit-Selbstständigen erreichen den Höchstbetrag also.
Die Rechnung ist deshalb einfach: Ohne separaten Raum ist die Tagespauschale der einzige Weg. Mit separatem Raum, der nicht Mittelpunkt ist, kommen beide auf denselben Höchstbetrag von 1.260 Euro, dann gewinnt die Tagespauschale, weil sie keinen Nachweis über die Raumnutzung verlangt. Nur wenn der Raum tatsächlich der Mittelpunkt deiner Arbeit ist, lohnt der Aufwand mit den echten Kosten, und zwar deutlich.
Rechtsstand 08/2026, Gesetzestext: § 4 Abs. 5 EStG. Redaktionelle Orientierung, keine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Bis zu welchem Betrag kann ich Büromöbel sofort absetzen?
Bis 800 Euro netto je Gegenstand als geringwertiges Wirtschaftsgut nach § 6 Abs. 2 EStG, dann ist die Anschaffung im selben Jahr komplett Betriebsausgabe. Ab 250 Euro netto gehört das Stück zusätzlich in ein laufendes Verzeichnis. Teureres wird abgeschrieben, bei Büromöbeln über 13 Jahre.
Sind es nicht 1.000 Euro? Ich habe das so gelesen.
Nein, die Grenze liegt weiterhin bei 800 Euro netto. Die Anhebung auf 1.000 Euro stand im Entwurf des Wachstumschancengesetzes, hat es aber nicht ins verabschiedete Gesetz geschafft. Viele Ratgeber im Netz führen deshalb bis heute den falschen Wert.
Was bringt mir der Sammelposten?
Er fasst alle Anschaffungen zwischen 250 und 1.000 Euro eines Jahres zusammen und wird über fünf Jahre zu je einem Fünftel aufgelöst (§ 6 Abs. 2a EStG). Zu beachten: Wer ihn wählt, muss ihn im selben Jahr für alle Güter dieser Preisklasse nutzen, auch für die unter 800 Euro, die sonst sofort abziehbar wären. Für die meisten ist der Sofortabzug deshalb günstiger.
Arbeitszimmer oder Tagespauschale, was lohnt sich?
Ohne separaten Raum bleibt nur die Tagespauschale: 6 Euro je überwiegend zu Hause gearbeitetem Tag, maximal 1.260 Euro im Jahr (§ 4 Abs. 5 Nr. 6c EStG). Mit separatem Raum, der nicht Mittelpunkt deiner Tätigkeit ist, gibt es ebenfalls höchstens 1.260 Euro, dann ist die Tagespauschale die einfachere Wahl. Nur wenn der Raum wirklich der Mittelpunkt ist, darfst du die tatsächlichen anteiligen Kosten ansetzen, und das ist deutlich mehr.
Was gehört in die Grundausstattung?
Werkbank, Hand- und Akkuwerkzeug, Lager-/Ordnungssysteme, Beleuchtung und persönliche Schutzausrüstung, je nach Gewerk und Auftragslage.
Worauf beim Einkauf achten?
Qualität, einheitliches Akku-/Ersatzteilsystem, ausreichende Traglast bei Regalen/Werkbänken, geprüfte Schutzausrüstung (EN-Normen) und Rechnungskauf für die Buchhaltung.
Passend dazu
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- Firmenversicherung für Selbstständige, Werkstatt & Betrieb absichern.
- Geschäftskonto-Vergleich, Ausgaben sauber trennen.
- Geschäftsgeschenke & Büroverpflegung, Präsente und Team-Verpflegung steuerklug beschaffen.
- Günstig einkaufen für Selbstständige, Betriebsbedarf systematisch günstiger einkaufen.
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