1822direkt im Porträt: eine Sparkasse ohne Filiale
Enthält Anzeigen. Mehr zur Transparenz
Die 1822direkt ist keine eigenständige Bank, sondern die Direktbank der Frankfurter Sparkasse. Das erklärt fast alles, was sie von den üblichen Direktbanken unterscheidet: Es greift die Institutssicherung der Sparkassen-Finanzgruppe statt des gewohnten Entschädigungsfonds, das Bargeld kommt aus rund 21.000 Sparkassen-Automaten, und im Depot gibt es über 170 ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr. Hier stehen alle Konditionen an einer Stelle, dazu die drei Haken, die in der Werbung fehlen.
Redaktioneller Überblick, keine Anlageberatung · Stand 08/2026
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Das Wichtigste in fünf Sätzen
- Direktbank der Frankfurter Sparkasse (BIC HELADEF1822), damit im Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe statt in einem Entschädigungsfonds.
- Haken 1, der härteste: Für Eröffnung und Führung eines Kontos ist ein Smartphone zwingend erforderlich. Ohne eines geht gar nichts.
- Haken 2: Die 2,80 % Tagesgeld gelten sechs Monate und nur für Neukunden, danach 0,60 % Basiszins.
- Haken 3: Die Visa-Karten gibt es nur zusammen mit dem Girokonto und nur im ersten Jahr gratis.
- Stark im Depot: Depotführung 0 € und über 170 ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr, solange du bei diesen Aktions-ETFs bleibst.
Die Sicherung, die anders funktioniert als überall sonst
Bei den meisten Banken gilt die gesetzliche Einlagensicherung: Geht das Institut unter, zahlt ein Entschädigungsfonds bis 100.000 € je Kunde aus. Die Sparkassen-Finanzgruppe geht einen anderen Weg. Ihre Institutssicherung setzt eine Stufe früher an und stützt das Institut selbst, damit ein Entschädigungsfall gar nicht erst eintritt. Das System ist nach dem Einlagensicherungsgesetz anerkannt.
Damit wird oft geworben, als seien Einlagen unbegrenzt geschützt. Genau da lohnt der Blick in den Text der Bank selbst, denn sie schreibt die Rückfallebene offen hin: Sollte die Institutssicherung ausnahmsweise nicht greifen, besteht ein Anspruch auf Erstattung der Einlagen bis zu 100.000 €, maßgeblich ist das Einlagensicherungsgesetz.
Ehrlich eingeordnet heißt das: Der Schutz ist in der Praxis stark, weil die Gruppe ein Institut in Schieflage auffängt, statt Kunden auszuzahlen. Der einklagbare Betrag ist aber derselbe wie bei jeder anderen Bank in der EU. Wer mehr als 100.000 € anlegt, sollte deshalb genauso auf mehrere Institute verteilen wie sonst auch. Wie sich das zu anderen Sicherungssystemen verhält, steht im Vergleich unter Tagesgeld und Festgeld.
Der Haken, der vor allen anderen kommt
Bevor du Zinsen vergleichst, prüfe diesen Satz. Auf der Tagesgeld-Seite der Bank steht wörtlich: „Zur Eröffnung und Führung des Kontos ist ein Smartphone zwingend erforderlich." Dazu braucht es eine gültige Mobilfunknummer.
Das ist kein Formalismus, sondern ein echtes Ausschlusskriterium. Wer bewusst ohne Smartphone lebt, ein älteres Gerät ohne aktuelle App-Unterstützung nutzt oder ein Konto für Angehörige einrichten will, die keines haben, scheitert hier und nicht an der Bonität. In Testberichten und Zinsvergleichen taucht dieser Punkt praktisch nie auf, weil er sich schlecht in eine Tabelle einfügt. Er entscheidet aber, ob der Rest überhaupt für dich gilt.
Alle Konditionen auf einen Blick
Stand August 2026, geprüft an den Produktseiten der Bank:
- Girokonto GiroDirekt: 0 € bei 700 € monatlichem Geldeingang oder für alle unter 30 Jahren, sonst 4,90 € im Monat. girocard mit V PAY kostenlos, Bargeld an rund 21.000 Sparkassen-Automaten. Dispo 9,65 % pro Jahr (gültig seit 01.08.2025, variabel), beantragbar nach drei Gehaltseingängen. Mehr dazu im Vergleich kostenloser Girokonten.
- Tagesgeld: 2,80 % pro Jahr für sechs Monate bis 250.000 €, danach Basiszins aktuell 0,60 %. Kein Mindestbetrag, Zinsgutschrift jährlich zum 31.12. Nur für Neukunden, siehe unten.
- Festgeld: 2,20 % / 2,40 % / 2,60 % pro Jahr bei 6 / 12 / 24 Monaten Laufzeit, Anlagebetrag 5.000 € bis 1.000.000 €. Achtung: Bei 6 und 12 Monaten verlängert sich das Festgeld automatisch zum dann geltenden Zins, abwählbar im Online-Banking. Beides im Zinsvergleich.
- Wertpapierdepot: Depotführung 0 €. Über 2.500 ETFs, davon über 1.250 sparplanfähig, dazu 32.000 Fonds; Handel an 10 deutschen und 41 ausländischen Börsen sowie über 15 Direkthandelspartner.
- Visa Classic / Visa Gold: im ersten Jahr kostenfrei, danach 36 € bzw. 72 € im Jahr, nur zusammen mit dem GiroDirekt-Konto. Gold enthält ein Reisepaket. Details im Kreditkarten-Vergleich.
- Junior Depot für Kinder und Baufinanzierung über FINMAS und Prohyp haben eigene Seiten, siehe unten.
Das Depot: günstig, wenn du die Regel kennst
Die Depotführung kostet nichts, der Handel schon. Die Preise laut Liste:
- Order: 4,90 € zzgl. 0,25 % vom Kurswert, mindestens 9,90 €, höchstens 54,90 €, dazu 2,95 € Handelsplatzentgelt, das im Direkthandel entfällt.
- Sparplan auf Aktions-ETFs: ohne Ausführungsgebühr, nach Anbieterangabe über 170 Stück.
- Sparplan auf alles andere: 1,50 % vom Sparbetrag, mindestens 1,50 €, höchstens 14,90 €.
Die Mindestgebühr ist der Punkt. Bei 50 € Sparrate sind 1,50 € genau 3 % deiner Einzahlung, bei 25 € sind es 6 %. Der beworbene Prozentsatz von 1,50 % wird rechnerisch erst ab 100 € Rate zur eigentlichen Grenze, darunter zahlst du immer den Mindestbetrag. Wer die Aktions-ETFs nutzt, zahlt dagegen null. Die ganze Kostenfrage entscheidet sich also daran, ob dein Wunsch-ETF auf der Aktionsliste steht, und Aktionslisten ändern sich.
Für häufige Einzelorders ist die Mindestgebühr von 9,90 € spürbar. Wer viel und in kleinen Beträgen handelt, fährt bei einem reinen Neobroker günstiger; zum Vergleich der Modelle taugt SMARTBROKER+. Wer dagegen einen Sparplan laufen lässt und ihn in Ruhe lässt, ist hier gut aufgehoben.
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Der Neukunden-Zins und was danach passiert
Die 2,80 % beim Tagesgeld sind ein Sonderzins für sechs Monate. Er gilt nur für Personen, die in den letzten zwölf Monaten kein Tagesgeldkonto bei der 1822direkt geführt haben, und nicht für Kunden der Frankfurter Sparkasse. Danach greift der Basiszins, aktuell 0,60 % und variabel.
Das ist branchenüblich und kein Vorwurf, es verlangt aber eine Entscheidung: Entweder du setzt dir einen Termin für den Monat, in dem die sechs Monate enden, oder du behandelst die Differenz zwischen 2,80 % und 0,60 % als das, was sie ist. Auf 10.000 € sind das rund 110 € Unterschied im Halbjahr. Wer den Termin verpasst, verliert nichts Dramatisches, aber eben genau diesen Betrag gegenüber dem nächsten Angebot.
Für wen die Bank passt, für wen nicht
Passt, wenn du das Sparkassen-Umfeld schätzt: dichtes Automatennetz, ein Sicherungssystem, das das Institut stützt, und ein Depot, das für ETF-Sparpläne kostenlos ist. Auch für unter 30-Jährige, weil das Girokonto dann ohne Geldeingangsbedingung kostenlos bleibt.
Passt nicht, wenn du kein Smartphone nutzen willst, denn dann ist die Frage schon entschieden. Ebenfalls nicht, wenn du eine dauerhaft kostenlose Kreditkarte ohne Kontowechsel suchst, oder wenn du häufig einzelne Wertpapiere in kleinen Beträgen handelst.
Die einzelnen Produkte im Detail
- Junior-Depot für Kinder, mit den drei Grenzen aus Steuer-, Sozial- und BAföG-Recht, die einander widersprechen.
- Baufinanzierung vergleichen, was die Vermittlung über FINMAS und Prohyp leistet und warum § 489 BGB jede lange Zinsbindung entschärft.
- Tagesgeld und Festgeld, mit dem Vergleich der Sicherungssysteme mehrerer Banken.
- Kostenloses Girokonto, inklusive der Frage, was „kostenlos" jeweils voraussetzt.
- Kostenlose Kreditkarte, mit der Abgrenzung zu Karten, die ein Konto voraussetzen.
- Alle Angebote für Privatkunden im Überblick.
Häufige Fragen
Wie sicher ist mein Geld bei der 1822direkt?
Die 1822direkt ist ein Unternehmen der Frankfurter Sparkasse, deshalb greift die Institutssicherung der Sparkassen-Finanzgruppe, ein nach dem Einlagensicherungsgesetz anerkanntes System. Der Ansatz unterscheidet sich vom üblichen Entschädigungsfonds: Gesichert wird zuerst das Institut selbst, damit ein Entschädigungsfall gar nicht eintritt. Die Bank formuliert die gesetzliche Rückfallebene selbst so, dass bei einem Versagen der Institutssicherung ein Anspruch auf Erstattung der Einlagen bis 100.000 Euro besteht. Für die praktische Einordnung heißt das: Der Schutz ist stark, aber der einklagbare Betrag ist derselbe wie überall in der EU.
Brauche ich für ein Konto bei der 1822direkt ein Smartphone?
Ja, und das ist der am leichtesten übersehene Ausschlussgrund. Die Bank schreibt auf ihrer Tagesgeld-Seite wörtlich, dass zur Eröffnung und Führung des Kontos ein Smartphone zwingend erforderlich ist, zusammen mit einer gültigen Mobilfunknummer. Wer bewusst ohne Smartphone lebt oder ein Konto für Angehörige eröffnen möchte, die keines nutzen, scheitert also nicht am Zins, sondern an dieser Voraussetzung. Prüfe das vor allen anderen Kriterien, es spart den kompletten Antrag.
Bekommt jeder die 2,80 Prozent Tagesgeldzins?
Nein. Der Sonderzins von 2,80 Prozent gilt sechs Monate lang bis 250.000 Euro und nur für Personen, die in den letzten zwölf Monaten kein Tagesgeldkonto bei der 1822direkt geführt haben. Kunden der Frankfurter Sparkasse sind ausdrücklich ausgenommen. Nach den sechs Monaten gilt der Basiszins, der aktuell bei 0,60 Prozent liegt und variabel ist. Wer den Zins dauerhaft will, muss danach wechseln oder umschichten, sonst fällt der Ertrag deutlich.
Ist das Depot der 1822direkt wirklich kostenlos?
Die Depotführung ja, der Handel nicht. Nach der Preisliste kostet eine Order 4,90 Euro zuzüglich 0,25 Prozent vom Kurswert, mindestens 9,90 Euro und höchstens 54,90 Euro, dazu kommen 2,95 Euro Handelsplatzentgelt, die im Direkthandel entfallen. Sparpläne auf die über 170 Aktions-ETFs laufen ohne Ausführungsgebühr, alle anderen kosten 1,50 Prozent vom Sparbetrag bei einer Mindestgebühr von 1,50 Euro. Für Sparplananleger ist das Depot also günstig, sofern sie bei den Aktions-ETFs bleiben; für häufige Einzelorders ist die Mindestgebühr von 9,90 Euro spürbar.
Gibt es die Visa-Kreditkarte auch ohne Girokonto?
Nein. Die Bank nennt in ihren Kartenbedingungen ausdrücklich, dass Visa Classic und Visa Gold nur mit einem GiroDirekt-Konto zu haben sind. Beide sind zudem nur im ersten Jahr kostenfrei, danach kosten sie 36 beziehungsweise 72 Euro im Jahr. Wer nur eine dauerhaft kostenlose Kreditkarte ohne Kontowechsel sucht, ist deshalb hier falsch und findet die passenden Karten in unserem Kreditkarten-Vergleich.
Stand 08/2026. Alle Konditionen wurden am 02.08.2026 auf den Produktseiten der 1822direkt abgerufen (Girokonto, Kreditkarte, Tagesgeld, Festgeld, Depot, Junior Depot, Baufinanzierung), die Angaben zur Sicherung stammen aus den Fragen und Antworten der Bank sowie dem Einlagensicherungsgesetz. Zinssätze und Entgelte sind variabel, Sonderzinsen und Aktions-ETF-Listen ändern sich; prüfe sie vor Abschluss beim Anbieter. Fremde Testurteile und zeitlich befristete Prämien führen wir bewusst nicht auf. Risikohinweis: Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen bis zum möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals und sind nicht einlagengesichert; die Sicherung gilt nur für Guthaben auf Konten. Dieser Überblick ist eine redaktionelle Orientierung und keine Anlageberatung.
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