Steuern, Fristen und Pflichten für Selbstständige.
Sag, wo es gerade klemmt, und du bekommst die Zahl, den Paragrafen und den nächsten Schritt. Zwölf Lösungswege, fünf Rechner, die in deinem Browser rechnen, und 24 Antworten zum Nachschlagen. Buchungsbelege sind acht Jahre aufzubewahren, die Buchführungspflicht beginnt bei 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn, die Umsatzsteuervoranmeldung wird ab 9.000 € Vorjahressteuer monatlich fällig. Rechts- oder Steuerberatung ersetzt diese Seite nicht.
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Zuletzt aktualisiert am · jede Zahl mit Paragraf und Link zum Gesetzestext
Wobei brauchst du gerade Hilfe?
Wähle dein Thema. Jede Karte bringt dich in vier Schritten zur Entscheidung: die kurze Antwort mit der Zahl, danach ein Rechner mit deinen eigenen Werten, die nächsten Schritte und ein klarer nächster Klick.
- Ich starte gerade
- Wie viel für Steuern zurücklegen?
- Muss ich Umsatzsteuer ausweisen?
- Wann ist meine Voranmeldung fällig?
- EÜR oder Bilanz?
- Wie lange Belege aufheben?
- Mein Kunde zahlt nicht
- Welches Geschäftskonto?
- Kartenzahlung annehmen
- Was, wenn ich ausfalle?
- Ein Kunde droht mit Anwalt
- Rente und Vorsorge
StartIch habe gerade angefangen und weiß nicht, was zuerst zu erledigen ist.
Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung muss nach § 138 AO innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit elektronisch beim Finanzamt sein. Er ist die eine Pflicht mit Frist; alles andere kann warten. Gewerbetreibende melden vorher das Gewerbe bei der Gemeinde an, Freiberufler wenden sich direkt ans Finanzamt.
So gehst du vor
- Kläre, ob du freiberuflich oder gewerblich tätig bist. Davon hängen Gewerbeanmeldung, Gewerbesteuer und IHK-Beitrag ab.
- Gewerbe zuerst anmelden, dann den Fragebogen ausfüllen. Im Fragebogen entscheidest du auch über die Kleinunternehmerregelung, das lässt sich später nur mit Wirkung für die Zukunft ändern.
- Trenne ab dem ersten Beleg geschäftlich und privat. Ein eigenes Konto spart bei der ersten Steuererklärung Stunden.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Accountable führt durch den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und übermittelt ihn ans Finanzamt. Kostenlos nutzbar, für die Steuernummer ist kein Abo nötig.
Geld einteilenIch weiß nie, wie viel von meinem Geld eigentlich mir gehört.
Von deinem Gewinn gehört ein Teil dem Finanzamt, nur eben zeitversetzt. Die Umsatzsteuer, die auf deinem Konto liegt, hat dir nie gehört. Der Rechner unten zeigt dir beides getrennt: die Steuerrücklage aus dem Gewinn und die Umsatzsteuer, die durchläuft.
Mit deinen Zahlen
Für die Rechnung braucht dein Browser JavaScript. Ohne JavaScript hilft die Faustzahl: Viele landen bei 30 bis 40 % des Gewinns.
So gehst du vor
- Richte ein zweites Konto oder Unterkonto ein, das nur die Rücklage hält. Was dort liegt, taucht nicht mehr in deiner Liquiditätsplanung auf.
- Überweise nach jedem Zahlungseingang sofort den Rücklagenanteil, nicht am Monatsende. Am Monatsende ist das Geld erfahrungsgemäß weg.
- Prüfe nach dem ersten Steuerbescheid nach: Ab dann setzt das Finanzamt Vorauszahlungen fest, und die Rücklage verteilt sich auf vier Termine im Jahr.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Kontist berechnet die Rücklage laufend mit und legt sie auf ein separates Unterkonto. Wer die Trennung lieber selbst macht, findet günstigere Konten im Geschäftskonto-Vergleich.
UmsatzsteuerIch weiß nicht, ob ich auf meinen Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen muss.
Zwei Grenzen entscheiden es, beide in § 19 UStG: 25.000 € Gesamtumsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr. Bleibst du unter beiden, bist du Kleinunternehmer und weist keine Umsatzsteuer aus; dafür ziehst du auch keine Vorsteuer ab. Die 100.000 € wirken sofort: Wird die Grenze im Jahr gerissen, gilt ab diesem Umsatz die Regelbesteuerung.
Mit deinen Zahlen
Für die Prüfung braucht dein Browser JavaScript. Die Grenzen stehen oben: 25.000 € im Vorjahr, 100.000 € im laufenden Jahr.
So gehst du vor
- Rechne den Gesamtumsatz des Vorjahres zusammen, nicht den Gewinn. Auch steuerfreie Umsätze zählen teilweise mit.
- Wenn du hohe Anschaffungen planst, rechne gegen: Als Kleinunternehmer zahlst du die Umsatzsteuer auf Geräte, Material und Software selbst, ohne sie zurückzuholen.
- Prüfe, wer deine Kunden sind. Bei Geschäftskunden ist die ausgewiesene Umsatzsteuer für die Gegenseite ein durchlaufender Posten, bei Privatkunden ist dein Preis inklusive.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Accountable ist auf Solo-Selbstständige zugeschnitten und kennt beide Fälle, Kleinunternehmer wie Regelbesteuerung. Alle Programme im Überblick: Buchhaltungssoftware-Vergleich.
UmsatzsteuerIch verliere den Überblick, wann welche Meldung fällig ist.
Der Rhythmus hängt allein an der Umsatzsteuer-Zahllast des Vorjahres (§ 18 Abs. 2 UStG): über 9.000 € monatlich, darunter vierteljährlich, unter 2.000 € kann dich das Finanzamt ganz befreien. Abgabe ist jeweils zehn Tage nach Ende des Zeitraums. Die Dauerfristverlängerung schiebt jede Abgabe um einen Monat.
Mit deinen Zahlen
Für die Berechnung braucht dein Browser JavaScript. Die Grenzen stehen oben: über 9.000 € monatlich, darunter vierteljährlich, unter 2.000 € ist eine Befreiung möglich.
So gehst du vor
- Trage dir den 10. als festen Termin ein, nicht den Monatsanfang. Die Frist ist eine Abgabefrist, keine Zahlungsfrist mit Kulanz.
- Wenn es regelmäßig knapp wird, beantrage die Dauerfristverlängerung. Monatszahler leisten dafür eine Sondervorauszahlung von einem Elftel (§ 47 UStDV), die am Jahresende verrechnet wird; Vierteljahreszahler zahlen nichts.
- Lass die Meldung aus der Buchhaltung heraus übertragen, statt Zahlen von Hand nach ELSTER zu tippen. Dort entstehen die teuren Zahlendreher.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Sechs Programme mit ELSTER-Schnittstelle im redaktionellen Vergleich, mit den Punkten, an denen sie sich wirklich unterscheiden.
BuchhaltungMir hat jemand gesagt, ich müsse jetzt bilanzieren. Stimmt das?
Freiberufler dürfen immer die Einnahmen-Überschuss-Rechnung nutzen, unabhängig vom Gewinn (§ 4 Abs. 3 EStG). Für Gewerbetreibende nennt § 141 AO zwei Schwellen: 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn. Der Punkt, der oft fehlt: Die Pflicht beginnt nicht automatisch, sondern erst ab dem Wirtschaftsjahr nach der Mitteilung des Finanzamts (§ 141 Abs. 2 AO). Ohne diesen Brief bleibt es bei der EÜR.
Mit deinen Zahlen
Für die Prüfung braucht dein Browser JavaScript. Die Grenzen stehen oben: 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn, und die Pflicht beginnt erst nach der Mitteilung des Finanzamts.
So gehst du vor
- Sieh in deiner Post nach, ob eine Mitteilung des Finanzamts vorliegt. Ohne sie ändert sich nichts, auch wenn du eine Grenze gerissen hast.
- Kapitalgesellschaften wie GmbH und UG bilanzieren immer, ohne Grenze und ohne Mitteilung.
- Wenn die Mitteilung kommt, prüfe deine Software rechtzeitig. Nicht jedes Programm kann Bilanz, und ein Wechsel mitten im Jahr kostet Nerven.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Was du selbst übernehmen kannst, wo ein Steuerberater günstiger ist als seine Rechnung, und was er kostet.
BuchhaltungMein Regal ist voll. Kann ich die alten Ordner wegwerfen?
§ 147 Abs. 3 AO kennt drei Fristen: zehn Jahre für Bücher und Jahresabschlüsse, acht Jahre für Buchungsbelege wie Rechnungen und Kontoauszüge, sechs Jahre für sonstige Unterlagen wie Geschäftsbriefe. Die acht Jahre sind neu, bis Ende 2024 galten auch dort zehn. Und die Frist läuft erst ab dem Ende des Kalenderjahres, in dem der Beleg entstanden ist (§ 147 Abs. 4 AO).
Mit deinen Zahlen
Für die Berechnung braucht dein Browser JavaScript. Rechenweg ohne Rechner: Jahr des Belegs plus 10, 8 oder 6 Jahre, jeweils bis zum 31.12.
So gehst du vor
- Sortiere nach Art, nicht nach Jahr. In einem Ordner liegen fast immer Unterlagen mit unterschiedlichen Fristen.
- Digitalisieren ist erlaubt, wenn die Ablage den GoBD genügt: unveränderbar, nachvollziehbar, maschinell auswertbar. Ein Ordner mit Handy-Fotos genügt dem nicht.
- Läuft ein Verfahren, eine Außenprüfung oder ein offener Steuerbescheid, verlängert sich die Frist. Im Zweifel das betroffene Jahr stehen lassen.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Die Archivierung ist der Teil, den Software wirklich abnimmt. Im Vergleich steht, welche Programme sie mitbringen.
LiquiditätEine große Rechnung ist überfällig und mein Konto wird eng.
Ab Verzug stehen dir bei Geschäftskunden neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz zu (§ 288 Abs. 2 BGB) und zusätzlich eine Pauschale von 40 € (§ 288 Abs. 5 BGB), ohne dass du einen Schaden nachweisen musst. Verzug tritt ohne Mahnung 30 Tage nach Rechnungszugang ein (§ 286 Abs. 3 BGB). Das löst die Lücke von heute nicht, aber es ist deine Verhandlungsposition.
So gehst du vor
- Setze schriftlich eine kurze Frist und nenne Verzugszinsen und die 40 € konkret. Das wirkt oft schon, weil beides selten bestritten wird.
- Rechne parallel durch, wie lange dein Konto ohne diese Zahlung trägt. Erst diese Zahl entscheidet, ob du überhaupt eine Zwischenfinanzierung brauchst.
- Wenn ja: kurzfristige Lücken über einen Rahmen oder einen kurzen Kredit, nicht über den Dispo auf Monate. Der Dispo ist die teuerste Dauerlösung.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
iwoca vergibt unbesicherte Geschäftskredite mit Entscheidung meist innerhalb von 48 Stunden und taggenauer Abrechnung. Der Zins ist bonitätsabhängig und liegt über dem der Hausbank; für planbare Investitionen ist die Hausbank oder die KfW günstiger. Alle Wege im Überblick: Firmenkredit für Selbstständige.
KontoIch brauche ein Geschäftskonto und finde die Preise unvergleichbar.
Ein eigenes Konto ist nur für GmbH und UG vorgeschrieben. Praktisch untersagen aber viele Banken die gewerbliche Nutzung des Privatkontos in ihren AGB. Entscheidend für die Kosten ist selten die Grundgebühr, sondern Buchungen, Bargeld und Karten: Dieselben 0 € kosten je nach Nutzung zwischen 0 und über 200 € im Jahr.
So gehst du vor
- Zähle, wie viele Buchungen du im Monat wirklich hast, und ob du Bargeld einzahlst. Das sind die beiden Posten, an denen Tarife auseinanderlaufen.
- Rechne mit deinen eigenen Zahlen statt mit der Tabelle des Anbieters. Der Kostenrechner unten macht genau das.
- Prüfe bei Kapitalgesellschaften vorab, ob die Bank deine Rechtsform überhaupt annimmt. Nicht jedes Fintech nimmt GmbH oder UG.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Die Rangfolge entsteht redaktionell nach festen Kriterien, unabhängig davon, ob ein Anbieter uns vergütet. So bewerten wir.
ZahlungMeine Kunden wollen mit Karte zahlen und ich habe kein Terminal.
Mobile Lesegeräte laufen ohne Grundgebühr und ohne Vertragsbindung, bezahlt wird je Transaktion, typisch unter 2 %. Ab einem gewissen Umsatz kippt die Rechnung: Ein Gerät mit Monatsgebühr und niedrigerem Prozentsatz wird dann günstiger. Wo genau der Punkt liegt, hängt an deinem Kartenumsatz und am Anteil an Firmen- und Auslandskarten.
So gehst du vor
- Schätze deinen monatlichen Kartenumsatz. Darunter fällt die Entscheidung, nicht unter dem Gerätepreis.
- Rechne den Kipppunkt aus, statt Prozentsätze zu vergleichen. Der Rechner unten macht daraus zwei Jahreskosten.
- Denk an § 146a AO, wenn du ein Kassensystem einsetzt: Es braucht eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Neun Anbieter mit echten Gebühren, Auszahlungsdauer und den Kartenarten, bei denen der Prozentsatz nicht gilt.
AbsicherungWenn ich zwei Monate krank bin, kommt kein Geld herein. Was jetzt?
Das ist die Lücke, die viele erst im Ernstfall entdecken: Hauptberuflich Selbstständige haben nur mit ausdrücklicher Wahlerklärung Anspruch auf Krankengeld (§ 44 Abs. 2 Nr. 2 SGB V), und selbst dann beginnt es erst ab der siebten Woche. Für die Zeit davor gibt es Krankentagegeld, für den dauerhaften Ausfall die Berufsunfähigkeitsversicherung.
So gehst du vor
- Sieh in deiner Krankenkassen-Mitgliedsbescheinigung nach, ob du Krankengeld gewählt hast. Ohne Wahlerklärung zahlt die Kasse nichts.
- Rechne, wie viele Wochen deine Rücklage einen Ausfall trägt. Diese Zahl bestimmt, ab welchem Tag die Absicherung greifen muss.
- Sortiere danach: erst der Ausfall der Arbeitskraft, dann Haftung, dann Sachwerte. In dieser Reihenfolge fallen die Schäden existenziell aus.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Krankentagegeld schließt die Wochen vor dem Krankengeld. Nach § 46 Satz 4 SGB V entsteht der Krankengeldanspruch erst ab dem Tag nach der ärztlichen Feststellung, deshalb zählt der vereinbarte Beginn im Tarif. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzt es nicht, sie deckt den dauerhaften Ausfall.
RechtEin Kunde bezahlt nicht und droht mit dem Anwalt. Was kostet mich das?
Anwalts- und Gerichtskosten richten sich nach dem Streitwert und laufen schnell in den vierstelligen Bereich, unabhängig davon, wer recht hat. Ein Firmen-Rechtsschutz übernimmt sie, hat aber typischerweise Wartezeiten von drei Monaten. Die sind vertraglich, nicht gesetzlich: Telefonberatung und Musterverträge stehen bei vielen Tarifen sofort zur Verfügung.
So gehst du vor
- Prüfe zuerst, ob eine bestehende Police greift. Manche Betriebshaftpflicht enthält eine passive Rechtsschutzkomponente für Abwehransprüche.
- Lehnt ein Versicherer die Deckung ab, sieh in § 128 VVG nach: Fehlt ein Gutachterverfahren oder der Hinweis darauf, gilt das Rechtsschutzbedürfnis als anerkannt.
- Für den laufenden Fall hilft nur die Rechtsberatung. Ein Vertrag, den du heute abschließt, deckt ihn wegen der Wartezeit nicht mehr.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Die Tabellenzeile, auf die es ankommt, ist die außergerichtliche Anwaltstätigkeit: Sie fehlt in vielen Basistarifen, und genau dort entstehen die meisten Kosten. Details und Beiträge stehen im Ratgeber.
VorsorgeIch zahle nichts in die Rente ein. Ist das erlaubt und ist es klug?
Erlaubt ist es nur, wenn du nicht zu den neun Gruppen in § 2 SGB VI gehörst. Dazu zählen Handwerker in der Handwerksrolle, Lehrende und Erziehende, Pflegepersonen, Hebammen sowie Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse. Eigenständig daneben steht Nummer 9: wer auf Dauer im Wesentlichen für einen Auftraggeber arbeitet und keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigt, ist unabhängig von der Branche pflichtversichert.
So gehst du vor
- Prüfe zuerst die Pflicht, dann die Kür. Wer pflichtversichert ist und nicht zahlt, bekommt die Beiträge rückwirkend nachgefordert.
- Sieh dir deine Auftraggeberstruktur an. Ein einziger Hauptkunde ist nicht nur ein Geschäftsrisiko, er kann auch die Rentenversicherungspflicht auslösen.
- Für die freiwillige Vorsorge zählt der frühe, regelmäßige Start mehr als die perfekte Quote. Als Orientierung gelten 10 bis 20 % des Gewinns.
Werkzeuge dazu
Dein nächster Schritt
Ohne Produktempfehlung, weil die Antwort von Einkommen, Alter und Rechtsform abhängt. Verbindliche Auskunft zur Pflicht gibt die Deutsche Rentenversicherung.
Die Rechner sind Orientierung und ersetzen keine Steuerberatung. Sie rechnen ausschließlich in deinem Browser, es wird nichts übertragen und nichts gespeichert. Jede Annahme steht an der Stelle, an der gerechnet wird. Wie wir arbeiten und woran wir verdienen, steht unter So bewerten wir und Kooperationen.
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Geschäftskonto & Zahlungsverkehr
Brauche ich als Selbstständiger ein eigenes Geschäftskonto?
Gesetzlich vorgeschrieben ist es nur für Kapitalgesellschaften (GmbH, UG). Praktisch führt aber kaum ein Weg daran vorbei: Viele Banken untersagen in ihren AGB die gewerbliche Nutzung des Privatkontos, und die saubere Trennung von privaten und geschäftlichen Zahlungen erleichtert Buchhaltung und Betriebsprüfung erheblich. Welche Anbieter sich lohnen, zeigt unser Geschäftskonto-Vergleich.
Was kostet ein Geschäftskonto?
Die Spanne reicht von 0 € (Basistarife von Fintechs, oft mit begrenzten Buchungen) bis über 30 €/Monat bei Filialbanken. Entscheidend sind neben der Grundgebühr die Kosten pro Buchung, für Bargeld und für Unterkonten. Für Gründer rechnet sich meist ein kostenloses Geschäftskonto zum Start.
Ist mein Guthaben auf dem Geschäftskonto abgesichert?
Guthaben bei Banken mit deutscher oder EU-Lizenz sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. Bei Fintechs lohnt der Blick, welche Partnerbank dahintersteht und wo diese lizenziert ist; Aufsichtsbehörde in Deutschland ist die BaFin. Welche Anbieter eine eigene Banklizenz haben und welche über eine Partnerbank arbeiten, steht im Geschäftskonto-Vergleich.
Wie kann ich als kleiner Betrieb Kartenzahlung annehmen?
Mobile Kartenlesegeräte (z. B. SumUp, myPOS, Zettle) funktionieren ohne Grundgebühr und ohne Vertragsbindung, bezahlt wird pro Transaktion (typisch unter 2 %). Für Gastronomie und Handel vergleichen wir die Anbieter im Kartenzahlungs-Vergleich.
Steuern & Buchhaltung
Welche Steuern zahlen Selbstständige?
Grundsätzlich Einkommensteuer auf den Gewinn und in der Regel Umsatzsteuer auf die Umsätze. Gewerbetreibende zahlen zusätzlich Gewerbesteuer (mit Freibetrag für Einzelunternehmer und Personengesellschaften); Freiberufler sind davon befreit. Die Abgabe läuft elektronisch über ELSTER; verbindliche Informationen veröffentlicht das Bundesfinanzministerium. Welche Erklärung wann fällig wird, zeigt der Steuerkalender; wie du sie ohne Steuerberater abgibst, steht unter Steuererklärung für Selbstständige.
Was ist die Kleinunternehmerregelung?
Wer mit seinen Umsätzen unter den gesetzlichen Grenzen bleibt, fällt nach § 19 UStG unter die Kleinunternehmerregelung: keine Umsatzsteuer auf Rechnungen, dafür kein Vorsteuerabzug. Maßgeblich sind aktuell 25.000 € Gesamtumsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr (Stand 07/2026, Gesetzestext bei gesetze-im-internet.de). Die Entscheidung triffst du schon im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, siehe Steuernummer beantragen.
Wie bekomme ich als Selbstständiger eine Steuernummer?
Über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den du nach § 138 AO innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit elektronisch ans Finanzamt übermittelst, über ELSTER oder eine Software mit ELSTER-Schnittstelle. Gewerbetreibende melden vorher das Gewerbe bei der Gemeinde an, Freiberufler wenden sich direkt ans Finanzamt. Schritt für Schritt erklärt: Steuernummer beantragen.
EÜR oder Bilanz: was gilt für mich?
Freiberufler dürfen immer die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) nutzen, unabhängig von der Höhe des Gewinns (§ 4 Abs. 3 EStG). Für Gewerbetreibende nennt § 141 AO zwei Schwellen: Buchführungspflicht mit Bilanz entsteht ab 800.000 € Umsatz im Kalenderjahr oder 80.000 € Gewinn im Wirtschaftsjahr. Es genügt, dass eine der beiden Grenzen überschritten wird. Kapitalgesellschaften wie GmbH und UG bilanzieren immer, unabhängig von der Größe. Entscheidend für die Praxis: Die Pflicht beginnt nicht automatisch mit dem Überschreiten, sondern erst ab dem Wirtschaftsjahr, das auf die Mitteilung des Finanzamts folgt (§ 141 Abs. 2 AO). Ohne diesen Brief bleibt es bei der EÜR. Welche Programme EÜR und Bilanz beherrschen, zeigt der Buchhaltungssoftware-Vergleich. Gesetzestext: § 141 AO.
Wie funktioniert die Umsatzsteuervoranmeldung?
Du meldest die eingenommene Umsatzsteuer abzüglich der gezahlten Vorsteuer elektronisch über ELSTER. Wie oft, hängt allein von der Zahllast des Vorjahres ab (§ 18 Abs. 2 UStG): über 9.000 € monatlich, darunter vierteljährlich. Bleibt die Steuer des Vorjahres unter 2.000 €, kann das Finanzamt dich ganz von der Voranmeldung befreien, dann genügt die Jahreserklärung. Die Frist ist knapp: zehn Tage nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums, für das erste Quartal also der 10. April. Wer regelmäßig knapp dran ist, beantragt die Dauerfristverlängerung und gewinnt einen Monat. Monatszahler leisten dafür eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Summe ihrer Vorauszahlungen des Vorjahres (§ 47 UStDV), die mit der letzten Voranmeldung des Jahres verrechnet wird; für Vierteljahreszahler entfällt sie. Die Meldung selbst nimmt dir eine Buchhaltungssoftware oder das Steuerbüro ab. Gesetzestext: § 18 UStG.
Wie lange muss ich Belege aufbewahren?
§ 147 Abs. 3 AO unterscheidet drei Fristen: zehn Jahre für Bücher, Aufzeichnungen und Jahresabschlüsse, acht Jahre für Buchungsbelege (Rechnungen, Kontoauszüge, Quittungen) und sechs Jahre für sonstige Unterlagen wie Geschäftsbriefe. Die acht Jahre für Buchungsbelege sind neu: Bis Ende 2024 galten auch hier zehn Jahre, das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz hat die Frist verkürzt. Viele Ratgeber im Netz nennen deshalb noch den alten Wert. Wichtig ist außerdem der Fristbeginn: Sie läuft erst ab dem Ende des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung gemacht oder der Beleg entstanden ist (§ 147 Abs. 4 AO), eine Rechnung von März 2026 ist also bis Ende 2034 aufzubewahren. Digitale Archivierung ist zulässig, muss aber den GoBD genügen (unveränderbar, nachvollziehbar, maschinell auswertbar): Das übernehmen die Programme im Buchhaltungssoftware-Vergleich. Gesetzestext: § 147 AO.
Kredite & Finanzierung
Bekomme ich als Selbstständiger einen Kredit?
Ja, aber Banken prüfen strenger als bei Angestellten: üblich sind zwei bis drei Steuerbescheide, aktuelle BWA oder EÜR und Kontoauszüge. Je länger die Selbstständigkeit besteht und je stabiler die Zahlen, desto besser die Konditionen. Worauf es ankommt, zeigt unser Ratgeber Kredit für Selbstständige.
Was sind Förderkredite und wer vergibt sie?
Staatliche Förderbanken vergeben zinsgünstige Kredite für Gründung, Wachstum und Investitionen; zentral ist die KfW (z. B. Gründerkredite), dazu kommen die Förderbanken der Bundesländer. Beantragt wird meist über die Hausbank, nicht direkt bei der Förderbank. Für den Fall, dass es schneller gehen muss oder die Hausbank ablehnt, vergleichen wir freie Anbieter unter Firmenkredit für Selbstständige.
Schadet ein Kreditvergleich meiner Schufa?
Nein, wenn er richtig gemacht wird: Eine „Konditionsanfrage" ist Schufa-neutral und liefert trotzdem verbindliche Zinsangebote. Nur eine echte „Kreditanfrage" kann den Score kurzfristig beeinflussen. Seriöse Vergleichsrechner nutzen automatisch die Konditionsanfrage. Welche Anbieter die Schufa-neutrale Anfrage ausdrücklich zusichern, steht unter Kredit für Selbstständige.
Kontokorrentkredit oder Ratenkredit: was passt wann?
Der Kontokorrentrahmen auf dem Geschäftskonto ist für kurzfristige Liquiditätslücken gedacht: flexibel, aber teuer. Planbare Anschaffungen finanzierst du günstiger über einen Ratenkredit mit festem Zins und fester Laufzeit. Faustregel: Dispo nur für Wochen, nicht für Monate. Was der Kontokorrentrahmen deines Kontos kostet, steht im Geschäftskonto-Vergleich, planbare Finanzierungen unter Firmenkredit.
Versicherungen
Welche Versicherungen sind für Selbstständige Pflicht?
Für alle gilt die Krankenversicherungspflicht, gesetzlich oder privat. Der Punkt, den viele übersehen, ist die Rentenversicherungspflicht: § 2 SGB VI führt neun Gruppen auf, die trotz Selbstständigkeit einzahlen müssen. Dazu zählen Handwerker mit Eintrag in der Handwerksrolle, Lehrer und Erzieher sowie Pflegepersonen (jeweils, solange sie keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen), Hebammen, Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse, dazu Hausgewerbetreibende, Seelotsen und Küstenschiffer. Eigenständig davon gilt Nummer 9: wer auf Dauer im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber arbeitet und keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigt, ist ebenfalls pflichtversichert, unabhängig von der Branche. Berufsspezifisch kommen Kammer-Pflichtversicherungen dazu, etwa die Berufshaftpflicht für Ärzte, Anwälte, Steuerberater und Architekten. Alles Weitere ist freiwillig, aber teils dringend ratsam: siehe Absicherungs-Check. Gesetzestext: § 2 SGB VI.
Gesetzlich oder privat krankenversichern?
Selbstständige können frei wählen. Die GKV rechnet Beiträge nach dem Einkommen ab, die PKV nach Alter, Gesundheit und Tarif: anfangs oft günstiger, im Alter tendenziell teurer, ein Rückweg in die GKV ist nur eingeschränkt möglich. Die Abwägung im Detail: Krankenversicherung für Selbstständige.
Wie wichtig ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Für Selbstständige besonders wichtig, weil kein Arbeitgeber und kaum ein gesetzliches Netz einspringt, wenn die Arbeitskraft ausfällt. Je früher der Abschluss, desto günstiger der Beitrag. Mehr dazu im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung.
Was deckt eine Betriebshaftpflicht ab?
Personen-, Sach- und daraus folgende Vermögensschäden, die du oder deine Mitarbeiter Dritten zufügen, vom umgestoßenen Kundenlaptop bis zum Wasserschaden beim Auftraggeber. Für viele Auftraggeber ist sie Voraussetzung für die Zusammenarbeit. Überblick: Firmenversicherungen.
Lohnt sich eine Rechtsschutzversicherung für Selbstständige?
Ein Firmen-Rechtsschutz übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten bei Streitigkeiten mit Kunden, Lieferanten, Mietern oder Mitarbeitern. Wichtig: Wartezeiten beachten und prüfen, welche Bausteine (Vertrags-, Arbeits-, Steuer-Rechtsschutz) enthalten sind. Wartezeiten sind vertraglich, nicht gesetzlich: Telefonberatung, Steuertelefon, Mediation und Musterverträge stehen bei manchen Anbietern sofort zur Verfügung, die klassischen Leistungen erst nach mehreren Monaten. Details und Beiträge ab 43 € im Monat: Rechtsschutz für Selbstständige.
Altersvorsorge & Absicherung
Muss ich als Selbstständiger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen?
Bestimmte Gruppen sind pflichtversichert, etwa Handwerker in zulassungspflichtigen Gewerken, Lehrer, Erzieher, Künstler und Publizisten (über die Künstlersozialkasse) sowie Selbstständige mit nur einem Auftraggeber. Alle anderen können freiwillig einzahlen. Verbindliche Auskunft gibt die Deutsche Rentenversicherung. Was das für deine Vorsorge bedeutet, ordnet der Ratgeber Altersvorsorge für Selbstständige ein.
Wie sorge ich als Selbstständiger fürs Alter vor?
Meist als Mix: Basisrente („Rürup") mit Steuervorteil in der Ansparphase, private Vorsorge über ETF-Sparpläne oder Immobilien, gegebenenfalls freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rente. Was zu welchem Einkommen passt, sortiert unser Ratgeber Altersvorsorge für Selbstständige.
Wie viel sollte ich monatlich zurücklegen?
Sinnvoll ist, drei Töpfe getrennt zu denken. Der erste ist keine Empfehlung, sondern Pflicht: die Steuerrücklage. Einkommensteuer, gegebenenfalls Gewerbesteuer und die Umsatzsteuer, die dir nie gehört hat, kommen zeitversetzt als Forderung zurück. Die verbreitete Faustzahl von 30 bis 40 % des Gewinns meint dabei meist Steuern und Krankenversicherung zusammen; die reine Steuerquote liegt bei kleinen Gewinnen deutlich darunter und steigt mit dem Gewinn. Was bei dir herauskommt, rechnet der Rücklagen-Rechner oben aus. So oder so gehört das Geld auf ein separates Konto und nicht in die Liquiditätsplanung. Was von deinem Umsatz realistisch übrig bleibt, rechnet dir der Netto-Rechner für Selbstständige aus. Der zweite Topf ist die Liquiditätsreserve für den Betrieb, üblich sind drei bis sechs Monatsausgaben als Puffer gegen Zahlungsausfälle; wie schnell eine verspätete Zahlung das Konto kippt, zeigt der Liquiditäts-Stresstest. Erst danach kommt der dritte Topf, die Altersvorsorge, für die 10 bis 20 % des Gewinns als Orientierung gelten. Wichtiger als die perfekte Quote ist der frühe, regelmäßige Start: siehe Altersvorsorge für Selbstständige.
Was bekommen meine Angehörigen, wenn ich als Selbstständiger sterbe?
Oft weniger als gedacht. Das gesetzliche Sterbegeld der Krankenkassen wurde zum 1.1.2004 gestrichen, und eine Witwen- oder Witwerrente setzt voraus, dass der Verstorbene die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllt hat (§ 46 i. V. m. § 50 Abs. 1 SGB VI). Die Beerdigungskosten trägt nach § 1968 BGB der Erbe. Nur bei Tod infolge eines Arbeitsunfalls zahlt die Berufsgenossenschaft ein Sterbegeld (§ 64 SGB VII). Was das bedeutet und welche Vorsorge sich rechnet, steht im Ratgeber Sterbegeldversicherung für Selbstständige.
Kann ich mich gegen Arbeitslosigkeit versichern?
Ja, über die Weiterversicherung auf Antrag nach § 28a SGB III. Drei Voraussetzungen müssen zusammenkommen: Die selbstständige Tätigkeit umfasst mindestens 15 Stunden pro Woche, du warst in den letzten 30 Monaten mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt (oder hast unmittelbar davor eine Entgeltersatzleistung wie Arbeitslosengeld bezogen), und der Antrag geht spätestens drei Monate nach Aufnahme der Tätigkeit bei der Agentur für Arbeit ein. Diese Frist ist der kritische Punkt: Sie lässt sich nicht nachholen, wer sie verstreichen lässt, kommt später nicht mehr hinein. Beitragshöhe und Antragsformular: Bundesagentur für Arbeit. Sie ersetzt allerdings keine Berufsunfähigkeitsabsicherung, den Unterschied erklärt Berufsunfähigkeitsversicherung; welche Risiken bei dir zuerst dran sind, sortiert der Absicherungs-Check. Gesetzestext: § 28a SGB III.
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